Ei, da isser ja widder…

Friday, May 6, 2011

Also meine Umwelt, oder viel mehr die Umwelt im Allgemeinen, hat mir signalisiert ich soll doch wieder öfter bloggen und da eine so lange Abwesenheit ja auch gar nicht vorgesehen war stimme ich da natürlich vollkommen zu und habe beschlossen, dass es sowohl für mich, als auch für alle anderen am Besten ist wieder mehr zu bloggen…

Aber wie kam es denn nun überhaupt zu dieser Zwangspause?

Vorab:
Nein, ich war nicht abwesend um bärtige Männer umzubringen! Ich habe ein Alibi! Dafür habe ich gesorgt! Außerdem habe ich die letzte Zeit ja selbst viel Bart getragen.
Und:
Ja, die Welt steht noch. Interessanter als das finde ich aber eigentlich, dass die Leute das was man schreibt sofort für voll nehmen, wenn man über die Zeugen Jehovas schreibt, egal wie meschugge das ist was man schreibt…

Nun ja, wie hier „angedeutet“ hatte ich nicht ganz so uneingeschränkten Zugriff auf das Internet, wie man sich das heutzutage in der modernen Welt so wünschen würde, zusätzlich noch ziemlich viel um dir Ohren und zeitweise auch nen ziemlich dicken Hals. (Ein Wortspiel, welches Ihr erst später im Text wirklich schätzen könnt, aber vertraut mir: Brüller!)

Und das Ganze kam so:

*sanfte Überblendung*

Anfang Februar entschied sich einer der beiden Mitbewohner meiner im Dezember erst bezogenen WG zum ersten März auszuziehen und weil der andere Mitbewohner immer dann von den neuen, lauten Nachbarn was auf die Ohren bekommen hat, wenn er nach seiner Nachtschicht schlafen wollte und ich die Wohnung nicht allein übernehmen wollte entschied man sich die WG aufzulösen. In Köln ist es allerdings nicht so wirklich leicht innerhalb von vier Wochen eine neue WG zu finden… besonders wenn auch gerade ein neues Semester anfängt… und wenn man zu Hause kein Internet hat, das wurde nämlich schon eine Woche später abgeschaltet, weswegen ich meine Abende dann bei Burger King in deren kostenlosem Internet verbracht habe, wo ich dann aber leider Dringenderes zu tun hatte als hier zu schreiben. (Sorry. Nicht persönlich gemeint. – Aber ja, ein Dach über dem Kopf ist mir wichtiger. ;-P) Was eine weitereWoche später aber dann auch noch einen weiteren Zweck erfülltet, ab da gab es nämlich in der WG auch keine Küche mehr…

Noch eine Woche später, nach inzwischen drei Wochen langer, täglicher, aber erfolgloser Wohnungssuche und genau eine Woche bevor ich aus der alten Bude raus musste bin ich dann morgens aufgewacht. Soweit nichts ungewöhnliches, mach ich öfter mal, allerdings meist ohne dass mir über Nacht ein zweiter Kopf gewachsen ist. Das ist zumindest die optisch passenste Umschreibung für die Größe der Schwellung an meiner Backe, Schrägstrich, meinem Hals (Na? Na? Hab ichs nich gesagt? Brüller, oder?), die am Vortag noch nicht da war. „Guten Tag, mir ist da über Nacht ein zweiter Kopf gewachsen“ wurde dann auch zu meiner Standardvorstellphrase für diesen Tag. Man sollte meinen Menschen die täglich mit kiefer- und zahnmedizinischen Beschwerden zu tun haben würden das öfter hören, aber irgendwie fanden das alle komisch und ich musste mich an dem Tag geschätzte 73 Mal so vorstellen bis mich endlich jemand ausgeknockt hat, aber ich greife mir vor… Ich schätze die meisten Leute sind wenn sie Schmerzen haben wohl einfach nicht zu Scherzen aufgelegt, das ist aber etwas was mir völlig abging – ich hatte nämlich mal so überhaupt gar keine Schmerzen. Oder ich bin einfach so männlich, dass mir die Schmerzen einfach nicht aufgefallen sind. *HARR HARR HARR HARR* Dementsprechend habe ich mich auch erst mal gefragt, ob ich nun zum Zahnarzt, oder eine zweite Wintermütze kaufen gehen soll, hab mich dann aber doch für den Zahnarzt entschieden…

Da war ich auch recht schnell wieder raus – war recht wenig los, musste also nicht lang warten und als mich die Zahnärztin (, junge, freundliche, extreeem gutaussehende) gesehen hat, hat sie sofort angefangen mir zu erklären wie man mit der Bahn in die Uniklinik kommt….

„Gut,“ habe ich mir gedacht, „das klang jetzt alles doch etwas aufwendiger. Gehste mal gut vorbereitet da hin und nimmst noch ein Paar Boxershorts und Socken und Kultur mit, falls Du über Nacht da bleiben musst.“ Ein halbes Dutzend Ärzte und über 20 zweiter-Kopf-Vorstellungen später hieß es dann sobald ein OP frei ist operieren und danach mindestens 5 Tage im Krankenhaus bleiben. Fünf! Zur Erinnerung: In 7 Tagen muss ich aus der schon nachvermieteten Wohnung raus und drei Wochen intensiver Suche haben keine Nachfolgeunterkunft gebracht…. Und ich hatte nur ein Paar Unterhosen dabei! Das, der Moment des eigentlich größtmöglichen Panikpotentials, war dann aber auch der Moment ab dem ich wusste, dass das alles hinhauen wird. Und da ich das Gefühl von der Leeze her kannte, wo wir noch während des Drehs Locations und Schauspieler gesucht haben, ich aber immer wusste, dass das alles wird, habe ich das erstmal auch einfach mal so hingenommen. Erstmal…

Danach ging es dann noch zu so ziemlich jedem anderen Arzt der Klinik, um erklärt zu bekommen auf welche Arten man alles an einer Vollnarkose sterben kann, auf welche Arten der Eingriff einen so alles lähmen kann… etc… pp… und schon lag ich in hinten offenem Nachthemd, mit Mull-Netz-Unterhosen und sexy langen Strümpfen im Vorraum zum OP. Wozu man solche Aussichten für eine Operation am Hals braucht fragt Ihr? Persönliches Amüsement. Das wäre zumindest mein Grund, aber ich schätze deswegen bin ich auch kein Arzt geworden, obwohl ich es in Präkindergartentagen eigentlich mal werden wollte, weil die Nachbarstochter meinte sie würde nur einen Arzt heiraten. Apropos: Narkoseärztin – völlig anderer Typ als erste Zahnärztin, aber auch freundlich und soweit die Maske eine Beurteilung zuließ auch gutaussehend. Ich kann mich aber irgendwie nicht mehr so genau dran erinnern, denn dann war ich auch schon im Aufwachraum.

Wo sich das mit der Schmerzen interessanter Weise auch noch in Grenzen hielt und nach zweimal „Drogen? Yes, please!“ waren die auch schon komplett wieder weg, trotz frischen Schnitten im Mund und von außen am Hals und zwei strohhalmdicken Drainagen im Hals. Ich habe dann auch mal direkt angefangen Kieferdehnübungen zu machen, weil man das nach so einer Operation machen soll und ich ja möglichst schnell wieder aus dem Krankenhaus raus wollte. Ob man damit im benebeltem Zustand, fünf Minuten nach der Operation schon anfangen sollte weiß ich allerdings nicht.

Am nächsten Tag stand ich aber erst mal vor dem Problem im Krankenhaus zu sein, ohne genügend Kleidung, ohne Netbook, in sechs Tagen ohne Wohnung, ohne Ladekabel fürs Handy, aber dafür mit so leerem Akku, dass ich nicht mal wusste ob er überhaupt auch nur für ein Gespräch reicht und ohne wirkliche Ahnung wer Zeit und Gelegenheit haben könnte mir aus meinem Nochzuhause ein paar Sachen zu holen…

Und weil das hier alles schon ein biiiisserl lang geworden ist, nutze ich diesen vortrefflichen Cliffhanger doch mal dafür zu sagen: Wie´s weiter ging erfahrt Ihr morgen… Will Euch jetzt ja auch nicht mit zu viel Text überrennen. Auch wenn ich das schon getan habe.

Wenn Ihr wissen wollt wie´s weiter geht: abonniert! (Der kleine, orange Button oben rechts, oder praktischerweise auch auf dem sich mitbewegenden Ding da rechts in der Mitte.) Und zieht Eure Freunde, Verwandte, Bekannte und Wildfremde auf der Strasse am Besten auch gleich noch mit rein in diese unsägliche Spannung!

Bin ich aus dem Krankenhaus wieder rausgekommen?

Habe ich noch rechzeitig eine neue Wohnung gefunden?

Habe ich überlebt?

Oder bin ich tot und lebe, ähm tote unter einer der zahlreichen kölner Brücken?

Spannung!

Spannung!!!

SPANNUNG!!!

Ähm… Entschuldigung.

Bis denn dann,

der Spu

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